EBC-Turniersieg in Slowenien26. 5. 2008 Peter Zauner im Interview Peter Zauner gewinnt mit Michael Lahnsteiner den Doppelbewerb des EBC-Turniers in Slowenien. Nach diesem Sieg stellten wir Peter einige Fragen über das Turnier und über seine Art zu trainieren. Peter Zauner, gratuliere zum Turniersieg in Slowenien. Dein erster
Das waren die Bulgaren Metodiev/Yankov in der 2. Runde. Das Ergebnis schaut
mit 21:19 und 21:13 zwar recht deutlich aus, doch das Spiel war sehr
umkämpft. Die beiden haben vor kurzem auch die Rumanian International
gewonnen. Wir haben gewusst, dass wir nach dieser Hürde eine gute Chance im
weiteren Turnierverlauf haben. Aber das Viertelfinale gegen Havel (POL) und
Hong (CHN) war auch nicht einfach. Das waren zwei sehr erfahrene Spieler, gegen die es nicht leicht war. Waren wir schon, gegen die Tschechen ist es am Anfang sehr schwierig, weil
sie sehr hektisch spielen. Doch im Spielverlauf haben wir immer mehr
Kontrolle über das Spiel bekommen und der Sieg war eigentlich nie wirklich
in Gefahr. Wie gesagt, wir haben versucht Kontrolle ins Spiel zu bekommen, indem wir
uns schnell bewegt haben und versucht haben die Bälle nach unten zu spielen,
denn dann machen sie viele Fehler. Das Service war auch sehr wichtig, denn
wenn man sehr gut serviert, ist man nicht so sehr von der Spielweise der
Gegner abhängig. Im 2. Satz haben wir (vor allem Michi) dann öfters ein
hohes Swip-Service gemacht, das ihnen öfters Probleme bereitet hat. Und ich Wir haben eine bessere Abwehr und haben uns auch gut konzentrieren können.
Ich glaube wir waren auch schneller als die Gegner und haben viel weniger
Eigenfehler gemacht. Wir sollen uns schnell bewegen und den Ball nach unten spielen. Mir speziell
hat er gesagt, dass ich immer sehr hart und flach spielen soll, damit wir
das Spiel machen können. Als die Taktik dann aufgegangen ist, hat er uns
dann nur mehr gesagt, dass wir einfach gleich weiterspielen sollen. Das
finde ich auch gut so, denn wenn alles funktioniert, braucht man nichts
ändern und noch irgendeine spezielle Taktik verfolgen. Die Eigenschaft im
richtigen Moment auch mal nicht viel zu sagen haben ganz wenige Trainer. Wir reden schon miteinander, vor allem in den Pausen, öfters auch zwischen
den Ballwechsel, wenn jemandem etwas auffällt. Zu viel sollte man natürlich
auch nicht reden, denn man kann nicht jeden Ballwechsel erklären, da geht
dann der Spielfluss verloren. Ich habe Michi z.B.: sehr oft gesagt wo ich
hinserviere und auf welchen Ball ich beim 3. Schlag aufpasse, damit er die
andere Seite abdecken kann. So etwas hilft schon sehr, vor allem wenn das
Service dann gut kommt, denn dann ist man gleich nach dem Service im
Angriff. Beim Spielbeginn hab ich ihm gesagt, dass unsere Gegner sehr groß
und stark aussehen und dass wir (vor allem ich) wahrscheinlich wie Zwerge im
Vergleich dazu aussehen. Ja sie haben die internationalen Kriterien erfüllt. Es gibt aber auch noch spezielle Kriterien vom österreichischen Olympischen Comitee. Dort müssen sie bei 4 ausgewählten Turnieren mindestens das Viertelfinale erreichen. Aber vor allem jetzt, so knapp vor der endgültigen Entscheidung zählt jedes einzelne Turnier. Es ist auch gut wenn sie Spieler mit einem sehr hohen Ranking in der Weltrangliste schlagen. Ich hoffe natürlich, dass es beide schaffen, weil das dem gesamten Badmintonsport in Österreich sehr viel bringen würde. Ja natürlich. Die Anspannung ist international viel höher, weil es einfach um mehr geht. Ein großer Unterschied ist auch die Leistungsdichte. In Österreich hat man erst im Halbfinale oder Finale stärkere Gegner. International beginnt das alles schon in der ersten Runde oder sogar schon in der Quali. Man muss auf jeden Fall einige Voraussetzungen mitbringen, um wirklich gut Doppel spielen zu können. Was das körperliche betrifft ist es wichtig viel Kraft zu haben und schnell zu sein. Ausdauer wie im Einzel ist nicht ganz so wichtig. Das heißt aber nicht, dass man nicht fit sein muss. Im Doppel ist es eher so, dass man nicht so viel laufen muss, dafür muss man sich ein ganzes Spiel lang schnell bewegen können und hart schlagen können. Mit dem neuen Zählsystem ist es auch wichtig geworden, sich über ein ganzes Spiel lang voll konzentrieren zu können und dazu noch in den entscheidenden Situationen meistens am Ende des Satzes mental stark zu sein. Ich habe deswegen auch mit kinesiologischen Übungen begonnen als Vorbereitung auf die Matches. Bettina Weilguni, die Freundin von Jürgen Koch, ist Kinesiologin und behandelt mich in diese Richtung. Da merke ich auf jeden Fall große Fortschritte. Was die Schlagtechnik betrifft ist die Verteidigung sicher sehr wichtig, weil man sich nicht immer nur auf den Angriff verlassen kann. Die ersten 3 Schläge, Angriff und das flache Spiel sind auch sehr wichtig. Ich erfülle einige dieser Kriterien und nach meinen Knieverletzungen hab ich entschieden, mich mehr auf eine Disziplin zu konzentrieren, da Einzel und Doppel auf internationalem Niveau einfach sehr hart sind. Ich glaube, dass mein Niveau im Doppel höher als im Einzel werden kann. Deswegen Doppel. Zur Zeit 4-6x Badminton und 4-5x Fitness in der Woche. Ich finde, dass die Qualität wichtiger ist als die Quantität. Deswegen ist es sehr wichtig gute Trainingspartner zu haben und einen Trainer, der auf die Qualität schaut. Einfach nur trainieren ohne mitzudenken bringt einfach nicht so viel. Unser Training sieht meistens so aus: 15 min Aufwärmen - 15 min Aufwärmspiele - 40 min Übungen - 40 min Match-training - 10 min Service Training. Ja leider. Es war zwar schon schlimmer, aber ich möchte in Zukunft wieder versuchen pünktlich im Training zu sein, weil ich weiß, dass das sehr wichtig ist. Wir sind am Nachhauseweg von Slowenien 3x bei Raststationen stehen geblieben und haben ein bisschen gefeiert. Da ich nächste Woche Geburtstag habe, werde ich natürlich unseren Turniersieg auch noch mitfeiern.
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