WM 2010 in Paris:

China holte alle fünf Weltmeistertitel!

Bericht vom 2. 9. 2010

Vergangenen Sonntag wurden die Endspiele der Weltmeisterschaft in Paris ausgetragen. Das Pierre de Coubertin Stadium war bereits ab der 1. Runde mit 1500 Besuchern sehr gut besucht. Ab  Freitag (Viertelfinaltag) waren  alle 4500 Karten im Vorverkauf  vergriffen, speziell bei den Spielen von Peter Gade, Taufik Hidayat und den malaiischen und indonesischen   Doppel kam  enorme Stimmung auf.

Die Medaillenausbeute der Europäer war nicht groß. Als die beiden erfolgreichsten Europäer holten die beiden Dänen Peter Gade und Tine Baun (vormals Rasmussen) jeweils eine Broncemedaille im Einzel. Der große Triumpf der Chinesen zeichnete sich bereits am Vortag der Finalspiele ab: In drei von fünf Finalspielen spielten Chinesen gegen Chinesen, also drei WM Titel waren bereits fix vergeben.

Im Herren-Einzel-Finale traf der als Nummer 4 gesetzte Chinese Chen Jin (Foto by Kason) auf den Olympiasieger von 2004 und Weltmeister 2005 Taufik Hidayat.  Chen Jin kontrollierte das Spiel von Anfang an, Taufik hatte Probleme mit dem aggressiven und genauen Spiel des Chinesen. Taufik Hidayat machte zu viele Fehler am Netz und verschätzte sich einige male, als er an der Grundlinie Bälle auslassen wollte.

Chen Jin nach dem Finale: „Ich habe die letzten zwei Spiele von Taufik analysiert und konnte die Schläge meines Gegners  teilweise vorhersehen. Das war ein großer Vorteil für mich.“

Taufik versucht immer seinen Angriff über genaues Netzspiel aufzubauen und vollendet die Punkte mit einem harten und platzierten Smash. Dies ist Taufik
im Viertelfinale gegen den Weltranglistenersten  Lee Chong Wei aus Malaysia zu 100% gelungen.

Aber Chen Jin spielte anders. Er gab Taufik Hidayat vom Service an nie die Chance genau am Netz zu spielen. Der Chinese spielte die kurzen Bälle schärfer und weiter weg vom Netz, so konnte Taufik sein Netzspiel nicht ins Spiel bringen.  Ausserdem spielte Chen Jin, der sonst eher defensiv spielt, sehr aggressiv – er siegte mit 21:13 und 21:11.

Im Herrendoppelfinale, das zweite Endspiel mit „nichtchinesischer“ Beteiligung, verteidigte die chinesische Paarung Cai/ Fu den WM-Titel von 2009. Cai/ Fu siegten gegen die beiden Malaien Koo/ Tan mit 18:21, 21:18 und 21:14.

Nach 1987 holte sich China zum zweiten Mal alle fünf WM-Titel.

Aus österreichischer Sicht gab es in Paris zwei Paarungen, die mit einem Sieg in die zweite Runde aufstiegen. Roman Zirnwald und Simone Prutsch schafften im Mixed mit einem Sieg über das israelische Mixed Zilbermann/ Zilbermann  den Einzug unter die besten 32. Jürgen Koch und Peter Zauner besiegten in Runde Eins Cordon/ Ramirez aus Guatemala, mußten sich aber ebenfalls in der zweiten Runde gegen Ko/ Yoo mit 11:21 und 15:21 geschlagen geben.