Jürgen Koch über seine Asien-Reise

13.07.2006

Die Turniere in Asien waren für Dich recht erfolgreich, bis Du mit Deinen Leistungen zufrieden?
Eigentlich schon, denn ich habe bei allen vier Turnieren nur gegen Top 10 Spieler verloren und das immer sehr knapp. Besonders gegen Cheng Hong bei den Taiwan Open war es ganz eng und ein Sieg wäre durchaus verdient gewesen.

Jürgen Koch mit Badminton-Legende Lim Swi King (Indonesien). Lim war nach seiner Badminton-Traum-Karriere unter anderem auch Schauspieler. Er besitzt einige Geschäfte in Indonesien.

Wie trainiert man bei so einer langen Turnierserie?
Für mich gibt es bei solchen Turnierserien immer nur ein Ziel: So viel Matchtraining mit internationalen Topspielern wie möglich zu bekommen. Durch Jim Laugesen konnten wir oft mit den Dänen trainieren und sonst versuchen auch fast alle Nationen gemeinsam Matchtraining zu machen. Durch das gute Training ist meine Form auch wöchentlich angestiegen.

Wieviele Zuschauer waren bei den Turnieren?
Bei den Vorrunden waren nie unter 1000 und ab Viertelfinale von 2000 bis 7000. Speziell in Indonesien und Malaysia hat man die ganze Woche gemerkt, welche Bedeutung unser Sport in Asien hat. Es drehte sich den ganzen Tag alles um Badminton und das war sehr motivierend.

Wie geht’s weiter?
Jetzt wird vermehrt Fitness trainiert und dann werde ich Mitte August die beiden 6* Turniere in Hongkong und Korea bestreiten. Es geht bei den beiden Turnieren um die Setzliste für die WM in Madrid im September, und dafür sind gute Ergebnisse wichtig.

Wie ist das neue Zählsystem für Dich?
Diese Umstellung kommt mir sehr entgegen. Früher war fast immer die Ausdauer bei ausgeglichenen Spielern zu 50 % entscheidend. Jetzt ist die Schnelligkeit sehr wichtig geworden und die Taktik und Konzentration sind über das ganze Spiel viel bedeutungsvoller geworden. Und das liegt mir besonders.

Deine Ziele?
Bis Ende des Jahres Verbesserung in der Weltrangliste unter die Top 20. Und ein gutes Ergebnis bei der WM in Madrid.

Am Foto mit Chistian Hadinata (Indonesien). Er ist indonesischer Cheftrainer und oftmaliger All-England-Sieger im Herrendoppel.

Bis zur Verletzung von Peter Zauner hast du dich aufs Doppel konzentriert, wie geht’s jetzt weiter?
Bis Peters Verletzung habe ich mich nur aufs Doppel konzentriert und Einzel nur ein wenig für die Bundesliga trainiert. Da wir bei der EM nicht gemeinsam antreten konnten, war ich fast gezwungen für die EM Einzel zu trainieren. Es machte von Beginn an wieder Spaß und ich wurde auch rechtzeitig zur EM in Holland fit. Nach gutem Match gegen Jonassen verlor ich in der 3. Runde. Es zeigte mir aber, dass auch im Einzel noch viel möglich wäre. Besonders mit dem neuen Zählsystem.

Peter wird so im Oktober oder November fit sein und wir werden natürlich dann wieder Doppel gemeinsam spielen. Bis dorthin werde ich mich auf die nächsten Turnieren in Hongkong und Korea konzentrieren. Ein Höhepunkt ist die WM in Madrid im September.